Abdichtungsglossar

Fachlich fundierte Definitionen von 40 technischen Begriffen der Bauwerksabdichtung und des Feuchteschutzes. Kristalline Abdichtung, Injektion, Innen-/Außenabdichtung und mehr.

Kurzantwort

Dieses Glossar erklärt die 40 Fachbegriffe, die Ihnen bei Abdichtungsarbeiten begegnen — aus Expertensicht definiert. Nutzen Sie den alphabetischen Index, um zu verstehen, was kristalline Abdichtung, Acrylatgel-Injektion, Innen- und Außenabdichtung, Kapillarwirkung oder Ausblühungen bedeuten, wann sie zum Einsatz kommen und worin sie sich unterscheiden.

A6 Begriffe

Acrylatgel-Injektion (Gelinjektion)

Ein wasserbasiertes Injektionsgel für Risse und Fugen mit aktivem Wassereintritt. Bei Wasserkontakt quillt es auf und stoppt die Leckage innerhalb von Sekunden. Erste Wahl für die Innenabdichtung bestehender Gebäude — ganz ohne Aufgraben.

Aktive Wasserführung (aktive Leckage)

Sichtbarer Wassereintritt, bei dem ständig oder zeitweise Wasser an die Bauteiloberfläche gelangt. Anders als ein trockener Riss erfordert sie sofortiges Handeln; vorbeugende Maßnahmen reichen nicht aus — eine Injektion ist zwingend erforderlich.

Arbeitsfuge (Betonierfuge)

Die Anschlussstelle zwischen zwei Betonierabschnitten, an der kein ausreichender Verbund entstanden ist. Sie bildet eine strukturelle Schwachstelle und einen kritischen Wassereintrittspunkt — klassisch am Wand-Sohlen-Anschluss.

Aufsteigende Feuchtigkeit

Chronische Feuchtigkeit, die durch kapillare Saugwirkung aus dem Erdreich in den unteren Wandbereich aufsteigt. Behoben wird sie durch eine nachträgliche Horizontalsperre — eine horizontale Injektion am Wandfuß.

Ausblühungen (Salzausblühungen)

Weiße, pudrige Salzablagerungen auf der Betonoberfläche. Auf dem Weg durch den Beton transportiert das Wasser gelöste Mineralien an die Oberfläche — der sichtbare Beweis einer aktiven Wasserführung.

Außenabdichtung (Positivabdichtung)

Abdichtung von der Seite, von der das Wasser kommt — also von außen. Das ideale Verfahren; es erfordert jedoch einen Aushub und ist bei geschlossener Bebauung nicht ausführbar.

B3 Begriffe

Betoninstandsetzung (Betonsanierung)

Die Instandsetzung struktureller Schäden am Betonbauteil — Risse, Abplatzungen, Hohlstellen — mit Reaktionsharz, Zementmörtel oder Carbonverstärkung. Vor jeder Abdichtung zwingend erforderlich.

Bitumenbahn (Bitumen-Schweißbahn)

Heiß verarbeitete Abdichtungsbahn auf Asphaltbasis; wird meist unter der Gründung oder auf Terrassen für die Außenabdichtung eingesetzt. Mechanisch sehr belastbar, benötigt aber eine Schutzlage gegen UV-Strahlung.

Bodenplatte

Die erdberührte Betonplatte am Fuß des Gebäudes, oberhalb der Gründung. Zum Schutz vor Grundwasser benötigt sie eine Innen- oder Außenabdichtung.

D5 Begriffe

DampStop-Injektion (nachträgliche Horizontalsperre)

Eine chemische Barriere auf Silikonbasis, die horizontal in den Wandfuß injiziert wird, um aufsteigende Feuchtigkeit zu stoppen. Sie unterbindet den kapillaren Wassertransport durch die Poren des Mauerwerks.

Dehnfuge (Bewegungsfuge)

Kontrollierte Fugen, die das Bauwerk vor Schäden durch thermische Bewegung, Erdbeben oder Setzungen schützen. Abgedichtet wird mit flexiblen Profilen und elastomeren Materialien.

Dichtschlämme (mineralische Dichtungsschlämme, MDS)

Beschichtung aus Zement, Quarzsand und speziellen Polymeradditiven, aufgebracht mit Bürste, Kelle oder im Spritzverfahren. Geeignet für Wasserbehälter, Bäder, Terrassen und viele weitere Untergründe.

DIN EN 1504

Die europäische Norm für Schutz, Instandsetzung und Verstärkung von Betontragwerken. Bei Abdichtungsarbeiten der Nachweis, dass Material und Ausführungsverfahren geeignet sind.

Drainage

Die kontrollierte Ableitung des Grundwassers, das sich am Bauwerk ansammelt (fachsprachlich Dränage, DIN 4095). Für eine dauerhaft funktionierende Kellerabdichtung die unverzichtbare Ergänzung.

E3 Begriffe

Entmischung (Kiesnester im Beton)

Das Absondern grober Gesteinskörnung beim Betonieren, wodurch Hohlräume — sogenannte Kiesnester — entstehen. Diese Fehlstellen sind wasserdurchlässig und müssen vor der Abdichtung saniert werden.

EPDM-Dichtungsbahn

Synthetische Kautschukbahn auf Basis von Ethylen-Propylen-Dien-Monomer. Beständig gegen UV, Ozon und Temperaturschocks; eingesetzt bei Terrassen- und Dachabdichtungen.

Estrich

Die auf den Rohboden aufgebrachte Zementschicht, die die tragende Ebene nivelliert und für den Belag vorbereitet. Die Abdichtung liegt in der Regel unter dem Estrich.

F3 Begriffe

Feucht- und Nassräume

Innenräume mit ständiger Wassernutzung — Bad, WC, Küche. Eine Abdichtung unter dem Estrich ist wegen der hohen Wasserbeanspruchung zwingend erforderlich (DIN 18534).

Feuchteschaden

Dauerhaft erhöhte Luftfeuchte im Gebäude oder ständig nasse Oberflächen. Die Ursache ist unzureichende Lüftung oder eine fehlerhafte Bauwerksabdichtung.

Flüssigabdichtung (Flüssigkunststoff, FLK)

Streich- oder spritzbares Abdichtungsmaterial auf Polyurethan-, Acryl- oder Bitumenemulsionsbasis, das nach dem Aushärten einen nahtlosen, flexiblen Film bildet.

G1 Begriff

Grundwasser

Wasser im Boden, dessen Pegel je nach Jahreszeit schwankt und hydrostatischen Druck auf das Bauwerk ausübt. Der Hauptgrund, warum eine Kellerabdichtung erforderlich ist.

H1 Begriff

Hydrostatischer Druck (drückendes Wasser)

Der statische Druck, den eine Wassersäule aufbauen kann — die Kraft, die das Grundwasser auf die Kelleraußenwand ausübt (DIN 18533: drückendes Wasser). Die maßgebliche Last, der eine Innenabdichtung dauerhaft standhalten muss.

I3 Begriffe

Injektionspacker

Metall- oder Kunststoffstutzen, der auf Riss oder Fuge gesetzt wird und über den die Injektionspumpe das Material mit hohem Druck verpresst.

Innenabdichtung (Negativabdichtung)

Abdichtung von der wasserabgewandten Seite — also von innen. Bei Bestandsgebäuden ohne Aushubmöglichkeit die einzige praktikable Lösung; ausgeführt mit kristalliner Beschichtung plus Injektion.

Innenliegende Dachrinne

Ein verdecktes Rinnensystem, das Wasser zwischen Dach, Balkon oder Gartenmauer sammelt und ableitet. Bei Verstopfung oder Abdichtungsfehler dringt Wasser ins Bauwerk ein — hier sind besondere Detaillösungen gefragt.

K4 Begriffe

Kapillarwirkung (kapillare Saugwirkung)

Die Bewegung von Wassermolekülen in den mikroskopischen Poren eines Baustoffs — durch Oberflächenspannung entgegen der Schwerkraft nach oben. Die physikalische Grundlage der aufsteigenden Feuchtigkeit.

Kellerabdichtung ohne Aufgraben

Abdichtungsverfahren, das ohne Erdaushub von der Gebäudeinnenseite ausgeführt wird. Ein anderer Name für die Innenabdichtung; bei geschlossener Bebauung unumgänglich.

Kelleraußenwand (Stahlbetonwand)

Die erdberührte, tragende Außenwand des Kellergeschosses. Sie ist die Fläche mit der höchsten Wasserdruckbelastung.

Kristalline Abdichtung

Zementgebundene chemische Beschichtung, die in die Betonporen eindringt und dort durch Reaktion eine nadelförmige Kristallstruktur bildet. Eines der wenigen Verfahren, die von der Negativseite (innen) anwendbar sind.

L1 Begriff

Luftfeuchte (relative Luftfeuchtigkeit)

Der Anteil des Wasserdampfs in der Luft — im Freien wie im Gebäude. Bleibt die relative Luftfeuchte dauerhaft über 65 %, folgen Schimmel, Materialschäden und gesundheitliche Probleme.

P1 Begriff

PU-Injektion (Polyurethan-Injektion)

Injektionsmaterial, das bei Wasserkontakt aufschäumt und expandiert — aktive Leckagen stoppen innerhalb von Sekunden. In bewegten Rissen bleibt es flexibler als Acrylatgel.

R2 Begriffe

Reparaturmörtel (DIN EN 1504-3)

Polymermodifizierter Spezialmörtel zur statisch wirksamen Instandsetzung geschädigter, korrodierter oder gerissener Betonbereiche. Ein kritischer Schritt der Untergrundvorbereitung vor jeder Abdichtung.

Riss (aktiv / ruhend)

Ein ruhender Riss bewegt sich nicht mehr und bleibt trocken; ein aktiver Riss öffnet und schließt sich durch Bauwerksbewegung und führt Wasser. Für aktive Risse wird ein flexibles Injektionsmaterial (Polyurethan) gewählt.

S2 Begriffe

Schimmel

Pilzkolonien, die sich auf dauerhaft feuchten Oberflächen ausbreiten — sichtbar als schwarze, grüne oder graue Flecken. Sie verursachen Oberflächenschäden und stellen ein Gesundheitsrisiko für die Atemwege dar.

Schwarze Wanne (Hautabdichtung)

Verfahren, das den Wassereintritt durch eine physische Abdichtungslage verhindert — Bitumenbahn, EPDM, TPO oder Flüssigabdichtung. Der Klassiker der Außenabdichtung erdberührter Bauteile.

T2 Begriffe

Terrassenabdichtung (Flachdachabdichtung)

Die Abdichtung von Dachterrassen und Flachdächern gegen Regen- und Schmelzwasser. Ausgeführt mit EPDM-, TPO- oder Bitumenbahnen; eine Schutzschicht darüber ist Pflicht.

TPO-Dichtungsbahn (FPO-Kunststoffdichtungsbahn)

Thermisch verschweißbare Kunststoffdichtungsbahn (KDB) auf Basis thermoplastischer Polyolefine. Leicht und hoch UV-beständig; eingesetzt unter anderem auf extensiv begrünten Dächern.

U1 Begriff

Untergrundvorbereitung

Reinigung, Entfernen von Putz und Anstrichen, mechanisches Abtragen und Reparatur vor der Abdichtung. Die entscheidende Phase für die Haftung des Abdichtungssystems.

V1 Begriff

Vorbeugende (passive) Abdichtung

Schützende Abdichtung, die unter trockenen, stabilen Bedingungen ohne aktive Leckage ausgeführt wird. Typische Beispiele sind Bahnenabdichtungen und klassische Streichabdichtungen.

W1 Begriff

WU-Beton (Weiße Wanne)

Beton, der mit einem kristallinen Zusatzmittel hergestellt wird und ab dem Einbau von sich aus wasserundurchlässig ist. Bevorzugt bei Wasserbehältern, Tunneln und Gründungen.

Passende Leistungen

Leistungen, in denen wir diese Begriffe anwenden

Die İMG-Leistungsseiten zur praktischen Ausführung der im Glossar beschriebenen Verfahren und Materialien.

Kellerabdichtung von innen

Lösung ohne Aufgraben: kristalline Beschichtung plus Acrylatgel-Injektion.

Details

Injektionsabdichtung (Verpressung)

Acrylatgel und Polyurethan stoppen aktive Leckagen innerhalb von Sekunden.

Details

Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit

Die horizontale DampStop-Injektion unterbindet den kapillaren Wassertransport.

Details

Terrassenabdichtung

Außenabdichtung von Dach und Terrasse mit EPDM-, TPO- und Bitumenbahnen.

Details

Kristallines Betonzusatzmittel

Beim Betonieren zugegeben, macht es den Beton dauerhaft wasserundurchlässig.

Details

Acrylatgel-Injektion

Aktive Risse und Fugen sofort und dauerhaft abdichten — mit wasserbasiertem Injektionsgel.

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