
Feuchteflecken an Wänden in Bodennähe, vergilbte Anstriche, Salzausblühungen und Schimmel — all das können Anzeichen für aufsteigende Feuchtigkeit (kapillar aufsteigende Feuchte) sein. Aufsteigende Feuchtigkeit gehört zu den häufigsten Feuchteschäden an Gebäuden in der Türkei und kann sich bei falscher Behandlung zu einem jahrelangen Problem auswachsen. In diesem Ratgeber erklären wir, was aufsteigende Feuchtigkeit ist, wie sie diagnostiziert wird und — am wichtigsten — wie sie mit einer Horizontalsperre (nachträgliche Horizontalabdichtung) dauerhaft behoben wird.
Was ist aufsteigende Feuchtigkeit?
Aufsteigende Feuchtigkeit ist das Phänomen, dass Bodenfeuchte über die Kapillarkanäle des Mauerwerks nach oben wandert. So wie ein Docht oder ein Stück Würfelzucker Wasser nach oben saugt, ziehen poröse Baustoffe wie Beton, Ziegel, Naturstein und Mörtel die Bodenfeuchte im Wandquerschnitt nach oben.
Dieses Phänomen wird auch als kapillare Saugwirkung bezeichnet. Je nach Materialstruktur und Porengröße der Wand kann die Feuchtigkeit 0,5 bis 1,5 Meter über den Boden aufsteigen. Bei feinporigen Materialien (dünner Ziegel, alter Mörtel) kann die Feuchtigkeit noch höher steigen.
Anzeichen aufsteigender Feuchtigkeit
Aufsteigende Feuchtigkeit von anderen Feuchtearten zu unterscheiden, ist entscheidend für die Wahl des richtigen Sanierungsverfahrens. Sie darf nicht mit Kondensationsfeuchte oder mit von außen eindringender Feuchtigkeit verwechselt werden.
Aufsteigende Feuchtigkeit beginnt typischerweise am Wandfuß; sie zeigt sich durch abblätternde Farbe, weiße Salzkristalle (Ausblühungen) und dunkle Feuchteflecken.
Die typischen Anzeichen aufsteigender Feuchtigkeit sind:
- Feuchtefleck ab Bodenniveau: Die Feuchtigkeit steigt immer von unten nach oben. Isolierte Flecken im oberen Wandbereich sind keine aufsteigende Feuchtigkeit.
- Salzausblühungen (weiße Salzkristalle): Die aus dem Boden gelösten Salze lagern sich beim Verdunsten der Feuchtigkeit an der Oberfläche ab. Sie erscheinen als weiß-graue Kristalle oder als Puder.
- Abblätternde Farbe und abplatzender Putz: Auf dauerhaft durchfeuchteten Flächen beginnt die Farbe, Blasen zu werfen und abzublättern.
- Schimmel- und Pilzbildung: Dauerhaft feuchte Wände sind der ideale Nährboden für Schimmelsporen. Schimmel ist ein Gesundheitsrisiko, da er Atemwegsbeschwerden verursachen kann.
- Erdiger, muffiger Geruch: In Räumen mit aufsteigender Feuchtigkeit liegt ein charakteristischer Geruch nach nasser Erde in der Luft.
- Ganzjähriges Auftreten: Aufsteigende Feuchtigkeit besteht unabhängig von der Jahreszeit fort. Kondensation dagegen tritt nur bei kaltem Wetter auf — ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.
Ursachen aufsteigender Feuchtigkeit
Grundsätzlich besteht in jedem Gebäude kapillares Saugpotenzial, manche Bauwerke sind für dieses Problem jedoch besonders anfällig:
- Hoher Grundwasserstand: In Lagen nahe dem Meeresspiegel und in Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel wird die Bodenfeuchte ständig nachgespeist.
- Fehlende Horizontalsperre: In vielen zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren errichteten Gebäuden wurde keine Sperrschicht zwischen Fundament und Mauerwerk eingebaut.
- Beschädigte oder zerstörte Sperrschicht: Eine vorhandene Sperre kann mit der Zeit reißen oder ihre Funktion verlieren.
- Veränderung des Geländeniveaus: Wird das Gelände durch Außenanlagen oder Straßenbauarbeiten angehoben, können vorhandene Sperren wirkungslos werden.
- Poröse Wandbaustoffe: Alter Ziegel, Naturstein und manche Putzarten saugen Feuchtigkeit aufgrund ihrer hohen Saugfähigkeit leicht auf.
Feuchtemessung und Schadensanalyse
Professionelle Feuchtemessgeräte messen den Feuchtegehalt der Wand in Prozent. Diese Messung ist entscheidend für die Wahl des Verfahrens.
Um festzustellen, ob es sich um aufsteigende Feuchtigkeit oder eine andere Feuchteart handelt, sind Messungen durch einen Fachmann unerlässlich. Die wichtigsten Diagnoseverfahren:
- Elektrisches Feuchtemessgerät: Bestimmt den Feuchtegehalt über die Widerstandsmessung an der Wandoberfläche. Schnell und zuverlässig.
- Hygrometer: Zeigt das Verhältnis zwischen Raumluftfeuchte und Wandfeuchte auf; es dient dazu, Kondensationsfeuchte als Ursache auszuschließen.
- Tiefenmessung: Anhand von Proben aus verschiedenen Tiefen wird festgestellt, ob die Feuchte oberflächlich oder tief im Wandquerschnitt sitzt.
- Salzanalyse: Die Untersuchung von Ausblühungsproben zeigt, ob die Feuchtigkeit aus dem Boden oder aus einer anderen Quelle stammt.
Sanierungsverfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit
Das zuverlässigste und dauerhafteste Verfahren zur Mauertrockenlegung ist die chemische Injektion. Ergänzend kommen in bestimmten Fällen elektrophysikalische Systeme und Drainagelösungen infrage.
1. Chemische Injektion — die nachträgliche Horizontalsperre (am wirksamsten)
Bei diesem als Goldstandard der Behandlung aufsteigender Feuchtigkeit geltenden Verfahren werden auf Höhe der neuen Sperrschicht Bohrungen in die Wand gesetzt. In diese Bohrungen wird Injektionscreme auf Silikonbasis, Polyurethan oder Acrylatgel unter Druck injiziert.
Das injizierte Material verteilt sich in den Poren des Mauerwerks und bildet eine hydrophobe Sperrschicht. Diese Sperre verschließt die Kapillarkanäle und unterbindet den Feuchtetransport nach oben. Fachgerecht ausgeführt, liefert eine einzige Anwendung eine dauerhafte Lösung, die über Jahrzehnte wirksam bleiben kann.
Injektionsverfahren: Über in regelmäßigen Abständen am Wandfuß gesetzte Bohrungen wird das Injektionsmittel unter Druck verpresst und so eine horizontale Feuchtesperre gebildet.
2. Nem Kutusu (elektrophysikalisches Verfahren)
Der Nem Kutusu ist eine Technologie, die die elektrische Ladung der Wassermoleküle in der Wand umkehrt und so die Richtung des Kapillartransports verändert. Er arbeitet ohne Chemikalien und ohne Eingriff in die Bausubstanz; er wird einfach an die Steckdose angeschlossen und bleibt rund um die Uhr aktiv.
Er ist eine ergänzende Lösung, die vor allem bei historischen Gebäuden und bei Bauwerken zum Einsatz kommt, an denen Aushub oder Injektion nicht möglich sind. Details finden Sie auf unserer Nem-Kutusu-Seite.
3. Drainage und Außenabdichtung
Um Wasseransammlungen an erdberührten Außenwandflächen zu verhindern, können Drainagekanäle und Kiesstreifen angelegt werden. Dieses Verfahren kommt bei Gebäuden zum Einsatz, bei denen ein Eingriff von außen möglich ist, um die Feuchtequelle abzuschneiden.
Videoratgeber: Aufsteigende Feuchtigkeit
Wie aufsteigende Feuchtigkeit entsteht, wie sie diagnostiziert wird und welche Sanierungsverfahren es gibt, sehen Sie im folgenden Video:
Nach der Mauertrockenlegung: die nächsten Schritte
Nach der Behandlung der aufsteigenden Feuchtigkeit durch Injektion oder ein anderes Verfahren müssen auch die vorhandenen Oberflächenschäden beseitigt werden:
- Wartezeit: Mit der Oberflächensanierung sollte nach der Injektion mindestens 6 Wochen gewartet werden. Diese Zeit braucht das Mittel, um die Wand vollständig zu durchdringen.
- Salzentfernung: Die Ausblühungen müssen mechanisch entfernt werden. Salze verhindern, dass darauf aufgebrachter Putz und Anstrich haften.
- Diffusionsoffener Putz: Auf den sanierten Wänden sollten dampfdiffusionsoffene („atmende") Putze und Anstriche verwendet werden — idealerweise Sanierputz. Kunststoffbasierte Materialien schließen die Feuchtigkeit weiterhin an der Oberfläche ein.
- Lüftung: Zur Vermeidung von Schimmelbildung ist für regelmäßige Lüftung zu sorgen.
Können Sie aufsteigende Feuchtigkeit selbst beheben?
Im Handel erhältliche Anti-Feuchte-Farben und Cremeprodukte lösen das Problem der aufsteigenden Feuchtigkeit nicht dauerhaft. Solche Produkte bilden eine oberflächliche Barriere — der im Wandinneren weiterlaufende Kapillartransport überwindet mit der Zeit jedoch auch diese.
Aufsteigende Feuchtigkeit ist ein Bauschaden, der die richtige Schadensanalyse, das richtige Material und die richtige Ausführungstechnik erfordert. Die Kosten einer falschen Anwendung können die Kosten fachlicher Unterstützung weit übersteigen.
Horizontalsperre in Istanbul und Izmir
Als İMG Yapı Yalıtım Mühendislik A.Ş. bieten wir in ganz Istanbul und Izmir fachkundige Leistungen zur Diagnose und Sanierung aufsteigender Feuchtigkeit an. Bei allen Anwendungen kommen leistungsstarke Injektionsmaterialien unserer Marke Dryvatec zum Einsatz — mit 5 Jahren Garantie auf das Ergebnis.
Unabhängig von der Schwere Ihres Problems können Sie für eine erste Einschätzung das Gebäude-Informationsformular ausfüllen oder uns direkt erreichen: 0850 532 6 999
Ausführliche Informationen und Anwendungsbeispiele finden Sie auf unserer Serviceseite zur Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit.
